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Die umgekehrte Perspektive
Wegweiser zum 15. Sonntag im Jahreskreis

Mitten in dieses Jahr der Barmherzigkeit hören wir an diesem Wochenende das Evangelium des barmherzigen Samariters (Lk 10,29). Es ist so, als ob wir noch einmal aufgefordert werden, die Botschaft von Papst Franziskus für die kommenden Monate nicht zu vergessen.
Das Gleichnis scheint abgegriffen, so oft haben wir es schon gelesen, zur Kenntnis genommen, es wurden lange Predigten darüber gehalten und Auslegungen dazu gibt es im Überfluss. In seiner Generalaudienz vom 27. April 2016 hat Papst Franziskus aufgezeigt, dass wir uns zu stark von der Frage leiten lassen, die auch der Gesetzeslehrer gestellt hat: „Wer ist mein Nächster?“.
Diese Frage macht Druck, ich soll entscheiden, ich muss tun. Doch Papst Franziskus geht den entscheidenden Schritt weiter: Am Ende fragt Jesus „Wer von diesen dreien hat sich als der Nächste desjenigen erwiesen, der von den Räubern überfallen wurde?“. Die Antwort ist schließlich unmissverständlich: „Der, der barmherzig an ihm gehandelt hat“. Jesus kehrt die Perspektive um. Das macht er immer wieder.
Nicht das Tun allein ist entscheidend, sondern das Sein. Und dann versteh ich wirklich, was Jesus meint, wenn er sagt: „Geh und handle genauso!“
(Quelle: wort.lu)
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