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Wegweiser Jahr A (2016-2017)  
28. Oktober 2017

Liebe – und (dann) tue was du willst

Wegweiser zum 30. Sonntag im Jahreskreis (29.10.2017)

Dieser Satz, vom hl. Augustinus wird oft zitiert und auch ich möchte ihn gerne heute in Zusammenhang mit dem heutigen Evangelium in Anspruch nehmen. Es ist genau das, was Christus dem Gesetzeslehrer, der ihn auf die Probe stellen will, zur Antwort gibt.

„Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit ganzem Herzen, mit ganzer Seele und mit all deinen Gedanken. Das ist das wichtigste und erste Gebot. Ebenso wichtig ist das zweite: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst. An diesen beiden Geboten hängt das ganze Gesetz samt den Propheten.”

Viele Menschen sehen in der Institution Kirche vor allem Gebote, Verbote und fühlen sich in ihrer Freiheit eingeschränkt. Doch Christus hat uns keine großen Gebote mit auf den Weg gegeben, denn er weiß um die Schwachheit der Menschen und seiner Kirche. Er stellte uns nicht vor unlösbare Aufgaben; er gab uns nur zwei Gebote, wirklich nur zwei: Liebe Gott und den anderen wie dich selbst. So einfach und doch so schwer.

Liebe: sie verleiht mir heute Flügel und morgen lähmt sie mich. Sie beglückt mich und macht mich frei, doch wie oft verspüre ich mein Unvermögen. Und es bleibt spannend bis zum Schluss.

Hier möchte ich meine Überlegungen mit einem Gedicht des jüdischen Dichters Erich Fried abschließen:

Es ist Unsinn, sagt die Vernunft.
Es ist Unglück, sagt die Berechnung.
Es ist nichts als Schmerz, sagt die Angst.
Es ist aussichtslos, sagt die Einsicht.
Es ist lächerlich, sagt der Stolz.
Es ist leichtsinnig, sagt die Vorsicht.
Es ist unmöglich, sagt die Erfahrung.
Es ist, was es ist – sagt die Liebe.

(Quelle: wort.lu)

Véronique WEIS
 
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